Demontieren – aber sicher

Automobilzulieferer ZF erhält „Schlauen Fuchs“ der BGHM für Arbeitsschutzmaßnahme

Frank Mays (BGHM, links im Bild) bei der Übergabe des „Schlauen Fuchses“ an die beteiligten Mitarbeiter vom ZF-Werk in Bielefeld

Wie kann ein Arbeitsplatz, an dem schwere Kupplungsteile von Nutzfahrzeugen demontiert werden, sicherer und ergonomischer gestaltet werden? Dieser Frage gingen Mitarbeiter des Automobilzulieferers ZF am Standort Bielefeld nach. Das Ergebnis ist die Entwicklung der sogenannten Ausrückerdemontagestation als Bestandteil optimierter Arbeitsabläufe. Ausrücker sind Kupplungskomponenten, die beim Gang einlegen die Kraftübertragung zwischen Getriebe und Motor trennen. Bislang mussten diese von Hand demontiert werden. Der neu gestaltete Arbeitsplatz, dessen Kernstück die höhenverstellbare Station ist, reduziert die manuelle Handhabung und die damit verbundene Gefahr von Verletzungen einerseits und verbessert gleichzeitig die ergonomische Arbeitshaltung der Beschäftigten. Für diese Maßnahme hat die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) ihren Sicherheitspreis, den „Schlauen Fuchs“, an das Bielefelder Werk der ZF Friedrichshafen AG verliehen – eine Auszeichnung für besonderes Engagement im Arbeitsschutz.  

Im Dialog Verbesserungen umsetzen

Ausgangspunkt für die Arbeitsschutzmaßnahme bildeten zunächst Gespräche mit Beschäftigten, die an der Ausrückerdemontage arbeiten. „Die Optimierung des Arbeitsplatzes ist ein gutes Beispiel dafür, wie gute Kommunikation und gelebte Beteiligung der Beschäftigten zu einer deutlichen Verbesserung des Arbeitsschutzes beitragen können“, sagt Frank Mays, Leiter des Präventionsbezirks West bei der BGHM. „Gemeinsam mit den Beschäftigten und dem Abteilungsverantwortlichen Herrn Götting loteten die Projektleiter Alexander Biehl und Christoph Lechtreck mögliche Verbesserungspotenziale aus, um darauf aufbauend den Arbeitsplatz und die Arbeitsabläufe neu zu strukturieren“, erzählt Olaf Null, Sicherheitsfachkraft bei ZF in Bielefeld. „Die Erfahrung der Beschäftigten vor Ort ist für uns wichtig. Ihre Rückmeldungen helfen uns bei der Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.“

Die Ausrückerdemontagestation kann individuell an die Körpergröße der Beschäftigten angepasst werden, während der alte Arbeitsplatz eine feste Arbeitshöhe hatte – ein Pluspunkt aus ergonomischer Perspektive. Durch die technische Ausstattung der Station und ein geeignetes Kugellagersystem, können die dort tätigen Mitarbeiter die zu bearbeitenden Werkstücke einfach und sicher ausrichten, ohne sich der Gefahr von Quetschverletzungen an den Händen auszusetzen. Auch schweres Heben wird vermieden. Beim eigentlichen Demontagevorgang verhindern Schutzwände Verletzungen, die durch unkontrolliert wegspringende Federn und Werkstückteile ausgelöst werden könnten. Eine pneumatisch betriebene Zange erleichtert die Arbeit für die Beschäftigten zusätzlich, da sie die Kupplungskomponenten nicht mehr händisch zerlegen müssen. „Das Innere der Demontagekabine ist außerdem an eine Absaugung angeschlossen, damit der bei einer Ausrückerdemontage entstehende Staub nicht in die Raumluft entweichen kann“, erklärt Sicherheitsfachkraft Olaf Null die Vorteile des Systems. „Dass unsere Maßnahme nun den „Schlauen Fuchs“ bekommen hat, ist für die Kolleginnen und Kollegen eine schöne Anerkennung und zusätzliche Motivation, beim Thema Arbeitsschutz stets mitzudenken und sich einzubringen.“