Schwergewichte aus Stahl fest im Griff

EEW Special Pipe Constructions GmbH erhält den „Schlauen Fuchs“ der BGHM

Vertreter der EEW Special Pipe Constructions GmbH und Präventionsfachkraft Merly Loebe-Berendt (2.v.r., BGHM) bei der Übergabe des Sicherheitspreises

Bis zu 1.300 Tonnen wiegen die über 50 Meter langen Monopiles, die das Rostocker Unternehmen herstellt. Monopiles – das sind große Stahlrohre, die als Fundamente beim Bau von Offshore-Windanlagen zum Einsatz kommen. Doch wie transportiert man Stahlrohre dieser Größenordnung sicher zu ihrem Bestimmungsort? Diese Frage hat das Unternehmen in Form einer hydraulischen Sicherungseinrichtung beantwortet, die die Monopiles fixiert. Diese Maßnahme für mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zeichnete die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) mit dem Sicherheitspreis „Schlauer Fuchs“ aus.

Keine Personen im Gefahrenbereich

Ein zentrales Anliegen des Unternehmens war es, die Verletzungsgefahr ihrer Beschäftigten zu minimieren. Ein Ziel, das durch die hydraulische Sicherungseinrichtung erreicht wurde: Diese wird auf einem spezielle Schwerlasttransporter (SPMT) installiert und kann bis zu einem Rohrdurchmesser von neun Metern eingesetzt werden. Der SPMT fährt dabei abgesenkt unter die Monopiles und liftet sich dann nach oben. Sobald der SPMT die Last aufgenommen hat, wird das Monopile durch die hydraulische Unterstützungseinheit fixiert. Sie funktioniert wie eine Klammer, die über die gesamte Länge des Monopiles verteilt angesetzt und von beiden Seiten angepresst wird. Ein Verrutschen der Ladung wird damit wirksam verhindert – auch bei apruptem Bremsen oder viel Seitenwind. Mehr noch: die Hydraulikklammer kann ferngesteuert werden, sodass sich keine Personen im Gefahrenberich der Transporteinheit aufhalten müssen.

Technische Lösung statt manueller Handhabung

Vor der Einführung der hydraulischen Lösung wurden an den Rohrdurchmesser angepasste Stahlblöcke zur Ladungssicherung von Leitern aus manuell auf den Transporteinheiten verschraubt. Diese Stahlblöcke hatten ein Eigengewicht von rund 3,5 Tonnen, sodass ein spezieller Gabelstapler für deren Montage genutzt wurde. Parallel zur Arbeit mit dem Stapler konnte das Verschrauben der Halterungen nur mit einem hohen Anteil manueller Arbeit erfolgen. Dabei bestand stets das Risiko, sich während der Ausrichtung der Stahlhalterungen schwere Quetschverletzungen zuzuziehen oder von der Leiter zu stürzen – diese Gefahr ist nun durch die technische Lösung gebannt. Der zeitliche Aufwand für den Transport der Monopiles reduziert sich darüber hinaus um bis zu 80 Prozent.