Sicher arbeiten auch auf engstem Raum

Rolls-Royce Power Systems erhält Schlauen Fuchs für mobilen Hubkran

MTU onesite Energy Augsburg/Rolls-Royce Power Systems AG Schlauen Fuchs für mobilen Hubkran

MTU onesite Energy Augsburg/Rolls-Royce Power Systems AG

Schwere Teile bewegen in kleinen Räumen: Das kann zu Problemen in Sachen Sicherheit und Ergonomie führen. Bei Rolls-Royce Power Systems, einem Hersteller von kompletten Antriebs- und Energiesystemen auf Basis von großen Motoren, die mehrere Tonnen wiegen können, haben Beschäftigte dafür eine technische Lösung gefunden. Der mobile Hubkran ist eine Idee aus der Belegschaft für die Belegschaft – dafür ist Rolls-Royce Power Systems mit dem Schlauen Fuchs der BGHM ausgezeichnet worden. Ingo-Laurin Kolb, Sicherheitsingenieur am Standort Friedrichshafen erklärt im Gespräch, wie er funktioniert.

BGHM: Wie ist der mobile Hubkran entstanden?
Kolb: Der Kran ist eine komplett unternehmenseigene Entwicklung. Zwei unserer Mitarbeiter aus dem Kundendienst, beide mit langjähriger Erfahrung, haben ihn entwickelt. Sie standen, genau wie ihre Kolleginnen und Kollegen vor dem Problem, dass draußen beim Kunden oft wenig Platz ist. Wenn dann große Teile der Motoren bewegt werden müssen, kann das zu Problemen führen – insbesondere in Bezug auf die Sicherheit und Ergonomie. Bisher gab es dafür nur behelfsmäßige Lösungen, wie etwa Kettenzüge. Das hat die Mitarbeiter nicht zufrieden gestellt, deshalb haben sie den mobilen Hubkran entwickelt und sind mit ihrer Idee an uns herangetreten. Wir haben das Potenzial sofort erkannt, sind an unsere Betriebsmittelkonstruktion herangetreten und haben die Entwicklung eines Prototyps gefördert.

BGHM: Was ist das Besondere an diesem Hubkran?
Kolb: Der Kran kann direkt auf dem Motor angebracht werden, egal um welche Baureihe es sich handelt. Dazu ist nur eine passende Adaption nötig. Wir brauchen also keinen zusätzlichen Platz zum Aufstellen des Krans – ein großer Vorteil in ohnehin engen Maschinenräumen. Des Weiteren kann die maximale Traglast von 500 Kilogramm über den Kranausleger um ca. 500 Millimeter herausgefahren werden, wodurch sich Bauteile auf engstem Raum händeln lassen. Der Antrieb des Kranauslegers ist hierbei eine Eigenkonstruktion. 

BGHM: Wie kommt die Innovation im Unternehmen an?
Kolb: Sehr gut. Auch andere Abteilungen im Servicebereich wollen den Kran künftig nutzen. Derzeit wird zum Beispiel geprüft, ob er auch für Arbeiten an Yacht-Motoren eingesetzt werden kann. Denn auch in einem Schiffs-Maschinenraum ist der Platz schließlich sehr begrenzt. Die beiden Kundendienst-Mitarbeiter sind für ihre Idee übrigens schon unternehmensintern ausgezeichnet worden. Der „Schlaue Fuchs“ macht die verdiente Ehrung jetzt komplett.